Berlin Treptow Köpenick

Berlin Treptow Köpenick

Ursprünglich nur eine Fischerei und später ein Vorwerk in der Cöllnischen Heide, entwickelte Treptow sich zu einem beliebten Ausflugsziel, vor allem als Berlins erster Gartendirektor Gustav Meyer zwischen 1876 und 1887 das Gelände am Ufer der Spree samt dem anschließenden Bauernwald in einem Park umgestaltete. 1896 war er Schauplatz der “Großen Berliner Gewerbeausstellung”. Aus diesem Anlass wurde die Archenhold-Sternwarte im Südostteil des Parks gebaut (geöffnet Mi-So 14-16:30 Uhr), heute umgeben vom “Hain der Kosmonauten” mit Statuen der sowjetischen Raumfahrer. Unweit das 1947/49 erbaute Sowjetische Ehrenmal für die 1945 bei der Schlacht um Berlin gefallenen Soldaten mit der monumentalen Granitfigur “Mutter Heimat” und der fast zwölf Meter hohen Statue des Sowjetsoldaten auf dem Ehrenhügel. Den zentralen Teil des hains bilden fünf eingefaßte Rasenflächen, die letzte Ruhestätte von 5000 gefallenen Sowjetsoldaten.

Vom Treptower Park aus fahren die rund 30 Schiffe der Weißen Flotte ab. u.a. zur Pfaueninsel, nach Tegel und zum Scharmützelsee.
Vo Alt-Treptow ist kaum mehr etwas erhalten, mit Ausnahme der Gaststätte “Zenner”, an der Stelle eines historischen Wirtshauses 1821/22 im Stil Schinkels erbaut.

Ein Heimatmuseum ist im ehemaligen Rathaus Johannesthal (Sterndamm 102, geöffnet Dienstag und Mittwoch 10 – 16 Uhr, Donnerstag 10 – 18 Uhr Sonntag 14 – 18 Uhr) eingerichtet.

In dem zum Stadtbezirk Lichtenberg gehörenden Ort Friedrichsfelde nordöstlich von Treptow liegt der ehemals Ostberliner Zoo mit einem reichen Tierbestand (rund 7500 Tiere) und schönen Freigehegen (Am Tierpark 125, geöffnet 01. Januar -11. März: 9 – 16 Uhr, 12. März – 31. März: 9 – 17 Uhr, 1. April – 10. September: 9 – 18 Uhr, 11. September – 15. Oktober: 9 – 17 Uhr und 16. Oktober – 31. Dezember: 9 – 16 Uhr). Ursprünglich war dies der Garten eines 1695 im Stil eines holländischen Landhauses
erbauten Schlosses, das zwar noch steht, aber bei seiner Restaurierung 1968/81 schon so verkommen war, dass im Inneren nur noch wenig Originales erhalten ist.

Interessant ist auch der Städtische Zentralfriedhof Friedrichsfelde, unter anderem mit den Grabstätten von Käthe Kollwitz, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Berüchtigt geworden ist der Bezirk Lichtenberg durch die Zentrale des Staatssicherheitsdienstes in der Normannenstraße. Zur ständigen Ausstellung des neu eingerichteten “Stasi Museums” gehören neben allgemeinen Informationen über das Spitzelsystem der DDR auch das Arbeitszimmer des ehemaligen Chefs des Ministeriums, Erich Mielke (Ruschestraße 103, geöffnet Mo-Fr: 11 – 18 Uhr und Sa, So, Feiertag: 14 – 18 Uhr).

Köpenick

Auf dem schon seit derSteinzeit besiedelten Boden – belegt durch zahlreiche Grabungsfunde – entstand um 1200 die Burg eines slawischen Fürsten auf der Insel zwischen Dahme und Spree. Daraus entwickelte sich eine Ortschaft mit einem slawischen Fischerkiez.

Heute bildet Köpenick mit über 127 Quadratkilometern Fläche den größten Bezirk Berlins, rund 75 Prozent seiner Fläche sind Wasser und Wald. Zugleich gilt Köpenick als eines der bedeutendsten Industriereviere der Metropole. In der Altstadt blieben viel Häuser – teilweise schön restauriert – aus dem 18. und den frühen 19. Jh. erhalten, als Köpenick ein Ort der kleinen Leute war. Im Mittelpunkt der Stadt stehen die Laurentius-Kirche (1838/41) und das im gotisierenden Backsteinstil 1901/04 erbaute Rathaus, 1906 Schauplatz der “Köpenickiade” des Schusters Wilhelm Voigt. Sehenswert ist das Wäschereimuseum (Luisenstraße 23, Freitags 10 – 18 Uhr
Samstag 10 – 18 Uhr und Sonntag 10 – 16 Uhr). Bedeutendster Bau ist das Köpenicker Schloß, ursprünglich für Kurfürst Joachim II. als Jagdsitz von 1558 an errichtet und Ende des 17. Jh. unter dem Großen Kurfürst umgebaut. Berühmt wurde es als Schauplatz des Prozesses gegen den späteren Preußenkönig Friedrich II., der sich dem strengen Einfluss seines Vaters durch eine Flucht nach England entziehen wollte. Heute ist in den prunkvollen barocken Räumen das Kunsgewerbemuseum untergebracht, u.a. mit
europäischem Kunsthandwerk aus zehn Jahrhunderten. Die 1684/85 nach Entwürfen von Arnold Nering errichtete Schloßkapelle ist im inneren mit klassizistischem Stuck verziert. In dem Schloßpark stehen noch viele alte, seltene Bäume.

Gegenüber Altglienicke liegt am Ufer der Spree Grünau. Hier fahren die meisten Schiffe der Weißen Flotte ab zu Ausflügen in das Gewirr der Seen und Kanäle. Der Ort ist hervorgegangen aus einer von Friedrich dem Großen gegründeten Kolonie mit vier Familien. Kaiser Wilhelm II. ließ hier gern Regatten abhalten. Daran erinnert unter anderem das Wassersportmuseum (Regattastraße 191, geöffnet Samstag 14 – 16.30 Uhr). Friedrichshagen, das ehemalige Dorf der besenbinder, Baumwoll- und Seidenspinner, auf Order
Friedrichs II. angelegt, wurde mitte des 19. Jh. bevorzugtes Ausflugsziel der Berliner. Es war eine Zeitlang Sommer-Refugium von Schriftstellern, Wissenschaftlern und Künstlern, die der Dichterkreis um Wilhelm Bölsche und Bruno Wille anzog. Zu den promineten Gästen gehörten unter anderem der Schwede August Strindberg und Gerhart Hauptmann. In der Bölschestraße sind noch einige stuckverzierte Häuschen der Baumwoll- und Seidenspinner erhalten. Ein eigenartiges Industriedenkmal ist das am Ostrand des
Ortes gelegene Wasserwerk, 1888/94 in neugotischem Stil errichtet, heute mit einem Museum zur Entwicklung der Trinkwasserversorgung (Am Müggelseedamm 307, geöffnet Di – Fr 10 – 16 Uhr und So, feiertags 10 – 17 Uhr).

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