Friedrichshain Kreuzberg Berlin

Der vielfältigste Stadtbezirk Berlins ist zugleich der kleinste. Schon in den zwanziger Jahren, als er mit Teilen der Innenstadt und Vorort-Wohngebieten verschmolz, wurde er zu einer eigenartigen Mischung von Proletarischem und Bürgerlichem. Seine Nachkriegsgeschichte ist vor allem durch den Zuzug ausländischer Arbeiter geprägt. Zusammen mit Studenten, Künstlern, Aussteigern, Kleinhändlern und den seit Generationen hier Heimischen prägten sie die Kreuzberger Szene: Für die einen gilt das Viertel als Symbol für alternative und multikulturelle Lebensformen, für die anderen als Synonym für Chaos und Gewalt.

Ein Spaziergang durch Kreuzberg ist – über einige kulturhistorische Sehenswürdigkeiten hinaus – vor allem ein Abenteuer der Sinne.
Der Kreuzberg ist 66 Meter hoch und thront hoch über den Häusern, gekrönt von einem Denkmal, das von K. F. Schinkel zur Erinnerung an die Befreiungskriege1813/15 entworfen wurde. Besondere Attraktion ist ein dem Zachelfall im Riesengebirge nachgebildeter Wasserfall, der durch den Viktoriapark zur Großbeerenstraße hinunterstürzt. Unweit davon Riehmers Hofgarten an der Yorkstraße, Musterbeispiel für eine menschliche Wohnanlage der Gründerzeit. die Stuckfassaden sind sorgfältig restauriert.

Nach Osten zu liegt der Chamissoplatz, umgeben von Arbeiter- und Kleinbürger-Mietshäusern, die so renoviert wurden, dass sie ein unverfälschtes Bild vom Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jh. geben. Wenige Straßenzüge weiter findet man die kulturhistorisch außerordentlich interessanten Kirchhöfe vor dem einstigen Halleschen Tor mit zahlreichen Grabdenkmälern berühmter Persönlichkeiten. Jenseits der Züllichauer- und Lilienthalstraße geht das Friedhofsgelände in den Volkspark Hasenheide über,
ursprünglich ein Garnisions-Schießplatz. 1810 gründete hier Friedrich jahn den ersten Turnplatz Deutschlands. Neun Jahre später wurde er geschlossen und das Turnen als gemeingefärlich untersagt. Ein Denkmal erinnert an den Turnvater. Ein zweites Denkmal auf der Rixdorfer Höhe ist den Berliner Trümmerfrauen gewidmet (Katharina Singer, 1955).

Nach Süden zu beginnt das Gelände des lediglich für innerdeutsche Flüge genutzte Flughafens Berlin-Tempelhof mit dem Luftbrücken-Denkmal zur Erinnerung an
die Zeit der sowjetischen Blockade West-Berlins 1948/49.

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