Marzahn Hellersdorf

Marzahn Hellersdorf Berlin

Marzahn ist heute ein moderner Bezirk Berlins und das größte Neubaugebiet der Stadt mit sieben neuen Wohnbereichen. Zu ihm gehören die beiden Ortsteile Alt-Biesdorf und Friedrichsfelde-Ost. Im Westen Marzahns liegt das flächenmäßig größte zusammenhängende Gewerbegebiet der Stadt, in dem 35 000 bis 50 000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Da Marzahn am nordöstlichen Stadtrand liegt, ist von hier aus das Brandenburger Umland gut zu erreichen. Mit günstigen Verkehrsverbindungen kommt man in andere Teile Berlins. Dies spricht ebenso für den Standort Marzahn wie die Zusammensetzung seiner Bevölkerung von zur Zeit rund 157 000 Einwohnern. Die Standortpolitik Marzahns ist deshalb darauf ausgerichtet, vorhandene Wohnungen zu sanieren und neue zu bauen. Einkaufs-, Freizeit- und Kultureinrichtungen zu schaffen. Damit sollen die jüngeren Schichten der Marzahner hier gehalten, neue Einwohner und Investoren angezogen werden. Bis zum Jahr 2000 sollen 30 000 neue Einwohner in Marzahn wohnen. Bis 2010 soll zum Beispiel die Handelsfläche je Einwohner von früher 0,24 Quadratmeter (1989) auf dann etwa 0,8 Quadratmeter wachsen. In den letzten sechs Jahren richtete man hier Stadtteilzentren für Handel und Dienstleistungen ein: Carree´ Marzahn (Jan-Petersen-Straße) mit über 20 Geschäften und Restaurants; Park-Arkaden (nahe Allee der Kosmonauten) mit 1 Supermarkt und rund 15 Geschäften; Springpfuhl-Passagen (Allee der Kosmonauten) mit 1 Supermarkt und 14 Geschäften; Tal-Center (Oberweißacher Straße) mit Supermärkten, Drogerie und Apotheke; Plaza Marzahn (Mehrower Allee) mit Supermärkten und vielen Fachgeschäften, Arztpraxen, Büros und Wohnungen; Gewerbezentrum Märkische Spitze (Märkische Allee/Ecke Bentschener Weg), ein Großprojekt des Bezirkes wie das Plaza Marzahn mit 32 Läden sowie Büros und Praxen. Die Passage Geissenweide (Allee der Kosmonauten 151) mit vielen Geschäften, Praxen und Büros. Die Infrastruktur ist so seit 1995 erheblich verbessert worden.

Bis Ende dieses Jahres 2007 wird es voraussichtlich insgesamt zwölf Zentren für Handel und Dienstleistungen in Marzahn geben. Daneben bestehen auch weiterhin Wochenmärkte am Helene-Weigel-Platz (etwa 52 Stände mit 75 Beschäftigten) und am S-Bahnhof Marzahn (rund 68 Stände mit 65 Beschäftigten; kommunale Veranstalter), in den Ringkolonnaden, an der Mehrower Allee und am Brodowiner Ring (private Veranstalter). In den nächsten Jahren werden in Marzahn weitere Bauprojekte durchgeführt: Ein Modernisierungs- und Sanierungsprogramm für die Plattenbauten des Bezirkes mit neuem Gestaltungskonzept für die Großsiedlung, um Marzahn als größte Plattensiedlung Deutschlands heller und freundlicher zu machen. Dazu gehört auch die Fassadensanierung. Das Projekt Geissenweide an der Allee der Kosmonauten 151 mit 198 Wohnungen, die im Juli dieses Jahres fertig sein werden und das Wohnbauprojekt Blumberger Park im Marzahner Stadtteil Biesdorf. Es gibt im Bezirk eine große Nachfrage nach Häusern und komfortablen Wohnungen. Stadtplanerische Projekte sind die Gestaltung der Bezirksmitte um die Marzahner Promenade, neue Nahversorgungszentren, Jugend- und Senioreneinrichtungen. Im Marzahner Stadtteil "Landsberger Tor" wird ein Gewerbe- und Wohngebiet geschaffen. Dazu gehören eine neue Markthalle und ein Auto- und Zubehörmarkt als Gewerbe. Hier wird eine geschlossene Fläche (11537 Quadratmeter) für die Ansiedlung von Firmen bereitgestellt.

Ein Konzept dafür ist seit dem Sommer 1996 in Arbeit. Dienstleistungen und Handwerk von Marzahner Unternehmen werden dabei bevorzugt. Das Konzept soll in diesem Jahr fertiggestellt und umgesetzt werden. Zusätzliche Geschäfts-, Markt- und Gewerbebauten sollen bis zum Jahr 2000 errichtet werden und den Standort weiter verbessern. Am Elsterwerdaer Platz baut man ein Handelszentrum, einen Marktplatz und weitere Dienstleistungs- und Handelseinrichtungen. Daneben bietet der multifunktionale Gewerbehof Rhinstraße künftig Platz für 28 neue Unternehmen, vor allem Büros und Hallen. Kleinunternehmen werden die hier vorhandenen Flächen für Lager-, Produktions- und Ausstellungszwecke nutzen können. Das Gewerbezentrum Wolfener Straße stellt große Flächen für neue Betriebe zur Verfügung. Bisher bestehende Ansiedlungshindernisse sollen noch in diesem Jahr abgebaut werden. Die Wirtschaftsförderung wird jetzt auch mit mehr Personal die Bestandspflege hier bestehender Marzahner Unternehmen verbessern. Im laufenden Jahr wird hier ein neuer Teil eines Gewerbehofes im Bau fertiggestellt. Der dann angebotene Raum ist besonders für Produktion und produktionsnahe Dienstleistungen gedacht. Bisher wurden insgesamt 43 Firmen in diesem Bereich angesiedelt. Sie arbeiten in den Branchen Metall, Fahrzeugausrüstung, High Tech-Produkte, Druck und Bauelementefertigung. Weitere 3 Branchen von 12 neuen Firmen werden in den Bereichen Metall, Lebensmittel und Bekleidung liegen. Darüber hinaus stehen noch zusätzliche Grundstücke für Firmen an dieser Straße zur Verfügung; laufende Ansiedlungen werden von der Wirtschaftsförderung aktiv begleitet. Südlich der Bitterfelder Straße werden im Rahmen des Berliner Industrie- und Gewerbeflächenprogramms (BIG 2000) neue Flächen verfügbar gemacht und vermarktet oder dafür vorbereitet. Marzahn ist Mitglied des BIG 2000. Drei Marzahner Unternehmen werden voraussichtlich hier angesiedelt. Auch die Ver- und Entsorgung (zum Beispiel Leitungsnetze, Straßen) wird in Marzahn ständig weiter ausgebaut.

Die Neugründung von Industriebetrieben in im Bezirk ist mit finanziellem Aufwand und Risiko verbunden. So wurden 1995 noch 16 neue Betriebe eröffnet; 1996 waren es nur noch 2 neue Industrie-Unternehmen, die hier entstanden. Der Zuwachs an Handwerksunternehmen in Marzahn war in den letzten beiden Jahren größer als der an Industriefirmen. Er war vor allem den günstigen Standortbedingungen und Ansiedlungsvoraussetzungen zu verdanken. So zum Beispiel den ausreichend angebotenen Gewerbegrundstücken und -räumen, aber auch der guten Verkehrsanbindung. Marzahn hat jetzt 8 Gewerbeparks mit rund 350 Firmen. Etwa den MEON-Park mit rund 1000 und den Park am Springpfuhl mit circa 2000 Arbeitsplätzen. Künftig werden hier noch Dienstleistungsfirmen, Einzelhandelsgeschäfte und ein Hotel (besonders für Geschäftsleute) hinzukommen.

Marzahn:

Durch den Beschluss der DDR-Regierung von 1975, hier eine Satellitenstadt für 150 000 menschen zu bauen, hat sich der Ort dramatisch verändert. In scharfem Kontrast
zu den "Wohnscheiben" steht die in neugotischen Formen anstelle eines mittelalterlichen Gotteshauses errichtete Kirche (1870/71). Das heimatmuseum zeig eine Ausstellung
zur Geschichte des Bezirks (Alt-Marzahn 51, geöffnet Di.-Do. von 10-17 Uhr, So. von 11-17 Uhr und Wochenfeiertags bleibt das Museum geschlossen Archivnutzung Mi.-Do. 10-17 Uhr).
Im südlich gelegenen Biesdorf sind das 1868 im Villenstil der späten Schinkel-Schule erbaute Schloß mit einem reizvollen Buchen-Park und die Dorfkirche mit Teilen aus dem 14. Jh.
sehenswert.
An der Straße nach Frankfurt/Oder liegt die in ihren Grundzügen erhaltene bäuerliche Siedlung Mahlsdorf. Im ehemaligen Gutshaus ist jetzt das Gründerzeitmuseum mit Möbeln und Hausrat aus der Epoche des Historismus untergebracht (Hultschiner Damm 333, geöffnet Mittwoch und Sonntag 10-18 Uhr Führungen auch nach Vereinbarung). Einen originellen Blick
in die Vergangenheit bietet das feuerstättenmuseum mit einer Sammlung historischer Öfen (Melanchthonstraße 63, geöffnet Mi - So 10 - 16 Uhr). Die Dorfkirche aus dem 13. Jh. hat noch einen mittelalterlichen Chor aus Granitsteinen.

Ebenfalls einen mittelalterlichen Kern hat die 1715 barock umgestaltete Dorfkirche der südlich von Mahlsdorf gelegenen Ortschaft Kaulsdorf. Die katholische Pfarrkirche St. Martin (Giesestraße/Nentwigstraße) gestaltete Josef Bachem 1929-30 originell in den Formen der Neuen Sachlichkeit. Sehenswert ist auch die Innenausstattung u.a. mit einem oberitalienischen Renaissance-Tabernakel (1470-80) und einem märkischen Schnitzaltar (um 1480).


Galdos-Haus

Das Museum Galdo´s-Haus befindet sich im Geburtshaus des spanischen Politikers und Schriftstellers Benito Pe´rez Galdo´s. Er wird 1843 auf Gran Canaria als Sohn eines Offiziers geboren. Auf dem Gymnasium äußern sich schon früh seine literarischen Interessen. Später schreibt er für Zeitungen in Las Palmas de Gran Canaria., erhält einen Preis bei einem Kunstwettbewerb. 1862 erwirbt er den Grad eines Kunst-Abiturienten, zieht nach Madrid und studiert dort Jura. In seinen 18 Madrider Jahren entwickeln sich dank seiner Beziehungen zu Künstler- und Intellektuellen-Kreisen Interessen an Geschichte und Politik seiner Epoche. Er schreibt darüber Zeitungsartikel, vor allem aber Romane: "Der goldene Brunnen" und "El audaz" sowie die "Erste Serie" der "Nationalen Episoden", der noch vier weitere folgen.

Ab 1882 reist er für rund 15 Jahre durch Europa und tritt dann aus politisch-sozialem Interesse in die fortschrittliche Partei Sagastas ein.

Weitere Romane entstehen: "Tormento", "Fortunata", "Jacinta" und "Tristana", daneben Theaterstücke ("Realidad", "La loca de la casa", "Gerona"). Damit wird Galdo´s einer der wichtigsten spanischen Realisten.

1897 wird Galdo´s für die "Zweite Serie" der "Nationalen Episoden" in die Spanische Sprachakademie aufgenommen. Er lebt privat im Haus von Santander. 1906 wird er republikanischer Abgeordneter. Die Werke "El Caballero Encantado", "Casandra", "Electra", "Die Heilige Johanna von Kastilien" erscheinen.

Galdo´s Karriere als Politiker führt ihn 1909/1910 erneut in das Parlament. Als Schriftsteller wird er für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Nach 1910 lebt Galdo´s immer zurückgezogener. Er erblindet und stirbt am 4. 1. 1920 in Madrid. Sein Todestag wird spanischer Staatstrauertag.

Im Galdo´s-Haus lebte er von 1843 bis 1862. 1964 wurde es als Museum eröffnet. Es zeigt Einrichtungsgegenstände aus seinem Wohnungen in Madrid und Santander, unter anderem sein Büro, wo er die Werke "Marianela" und "Bodas Reales" schrieb. Zeitlebens war Galdo´s mit den Kanarischen Inseln verbunden. Bibliothek und Archiv des Galdo´s-Hauses enthalten wichtige Bücher und Dokumente aus seinem Schriftstellerleben. Galdo´s-Forscher nutzen diese Bestände intensiv und seine Werke wirken noch heute in Übersetzungen fort in ganz Europa und bis nach Amerika. Regelmäßig finden internationale Galdo´s-Kongresse in Las Palmas de Gran Canaria statt.


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