Mitte

Tiergarten Berlin

Das einstige Jagdrevier der Könige ist heute die "Grüne Lunge" der Großstadt. Zahlreiche Zeugnisse Berliner Geschichte sind hier versammelt.

An seinem östlichen Rand steht das Reichstagsgebäude (1884-94 von Paul Walloterbaut, 1933 unter mysteriösen Umständen abgebrannt, 1945 weitgehend zerstört, 1970 ohne die große Kuppel und den Bilderschmuck wieder aufgebaut), in das der Deutsche Bundestag eingezogen ist. An der breiten Allee, während des Dritten Reichs für demonstrative Aufmärsche genutzt, liegt das Sowjetische Ehrenmal (1945 aus dem Mamor der zerstörten neuen Reichskanzlei gebaut) sowie auf dem Mittelstreifen
zwischen den Fahrbahnen der Straße des 17. juni seit 1989 die Bronzeskulptur "Der Rufer" von Gerhard Marcks. Beherrscht wird das ganze Areal von der Siegessäule mit der vergoldeten Göttin Viktoria als Krönung (1873 eingeweiht) am "Großen Stern". Die bronzenen Reliefs an der basis der knapp 70 Meter hohen Säule (Aussichts-Plattform in 48 Meter Höhe) zeigen Szenen aus den von Preußen siegreich geführten Kriegen.

An der Nordseite des Tiergartens steht die eigenwillig geformte Kongreßhalle (im Volksmund "Schwangere Auster"), an der Südseite das kulturforum, mit der eindrucksvollen Philamonie sowie als Rest des zerstörten Geheimratsviertels die St.-Matthäus-Kirche.
An dem vom "Großen Stern" abzweigenden Spreeweg Schlß Bellevue, 1785 als Sommerresidenz für den Hohenzollernprinzen August Ferdinand erbaut. Seit 1959, nach der Wiederherstellung in der frühklassizistischen Form, dient eas als Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten. In Zukunft soll das Kronenprinzenpalais diese Aufgabe erfüllen.

Der schöne Park ist während seiner Abwesenheit frei zugänglich, die Innenräume nur nach Anmeldung. Bemerkenswert ist der Figurenschmuck des Tiergartens, u.a. die Denkmäler für Goethe, Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise. Der südwestliche teil des Tiergartens, der ehemals königlichen Fasanerie, wurde von 1841 an zu Zoo um gestaltet (1844 eröffnet). Heute leben hier über 15 000 Tiere (Sommerzeit: 15.03. - 14.10. Mo-So 09.00 - 18.30 Uhr; Winterzeit: 15.10. - 14.03. Mo-So 09.00 - 17.00 Uhr).


Berlin Moabit

Das alte Arbeiterviertel, lange im Schatten der Mauer gelegen, wird vor allem durch endlose Straßenzüge mit Mietskasernen sowie Hafen- und Industrieanlagen geprägt.

Sehenswert sind u.a. der Seit der 750-Jahr-Feier für Ausstellungen genutzte klassizistische Hamburger Bahnhof (1847), der älteste Fernbahnhof Berlins, das Kriminalgericht (1903) im wilhelminischem Prunkstil mit einem überdimensionalen Treppenhaus, die Arminiushalle, die letzte von 14 um die Jahrhundertwende entstandene Berliner Markthallen, und die schlichte, aber in edler Klarheit von K. F. Schinkel entworfene St.-Johannis-Kirsche (1833/34). Ein für die frühe Industriearchitektur prägnantes Bauwerk
ist die 1909 von Peter Behrens konzipierte Montagehalle der AEG-Turbinenfabrik (Hüttenstraße 12-16).


Wedding Berlin

Seit der Jahrhundertwende ein proletarisches Viertel und eine Hochburg der Arbeiterbewegung, in den zwanziger Jahren mit über 350 000 Menschen auf 15,4 Quadratkilometern Fläche so dicht besiedelt wie kein andere Teil Berlins. Die Mietskasernen mit ihren lichtlosen, mehrfach gestaffelten Hinterhöfen bestimmen noch heute das Bild, aber auch die großen Grünflächen des Humboldthains mit dem 87 Meter hohen, aus dem Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs aufgeschütteten Bunkerbergs des Schillerparks, der von einer nach Plänen von Bruno Taut erbauten Siedlung (1924-28) begrenzt wird, und Volksparks Rehberge, der im südlichen Teil Goethepark heißt. In diesem Park, dem größten Berlins, liegt der Plötzensee, Namensgeber für das Zuchthaus
(jetzt Jugendstrafanstalt) jenseits des Hohenzollernkanals in Charlottenburg, in dem etwa 2500 Widerstandskämpfer gegen die Hitlerdiktatur hingerichtet wurden.
Eine schlichte Gedenkstätte erinnert daran (geöffnet März bis Oktober täglich 9.00 - 17.00 Uhr und November bis Februar täglich 9.00 - 16.00 Uhr; geschlossen: 23. bis 26. Dezember und 30. Dezember bis 1. Januar).
Einer der bemerkenswertesten Bauten im Wedding ist die Wiesenburg (Wiesenstraße 58), das größte private Obdachlosenasyl Berlins, das als Denkmal geschützt werden soll. Sehenswert sind die Zeugen der industriellen Vergangenheit wie das prächtige AEG-Tor (1891) in der Brunnestraße und die ehemaligen Werkshallen in der Hussiten- und Ackerstraße. Als "Reformsiedlungen", in denen die Arbeiter verbesserte Wohnbedingungen vorfinden sollten, gelten das Afrikanische Viertel und die Friedrich-Ebert-Siedlung zwischen Müllerstraße und den Rehbergen.

Nur noch der name eine U- und S-Bahnstation erinnert an den Gesundbrunnen, im 18. Jahrhundert ein beliebter Kur- und Badeort mit einer heilkräftigen Quelle.

1832/34 entstanden im Wedding zwei der insgesamt vier von K. F. Schinkel entworfenen Kirchen für die nördlichen Vorstädte: die Nazarethkirche am Leopoldplatz und die Paulskirche in der Badstraße.


(C) 2006 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken